Den Ukrainekrieg kann in Russland selbst die beste Propaganda nicht mehr zum Sieg umlügen. Immer lauter werden in Russland die Stimmen, die ein Ende fordern, darunter auch Militärblogger. Sie berichten davon, dass die Moral unter den russischen Soldaten immer schlechter wird. An der Front kämpfen viele schlecht ausgebildete Männer, denen die Wodkaflasche näher ist als das Gewehr.
In der ersten Welle wurden noch Patrioten rekrutiert, dann die, die Geld gebraucht haben, dann kamen die Kriminellen, inzwischen sind es Alkoholiker und Asoziale, bestätigt der deutsche Militärexperte Torsten Heinrich in einem Interview. „Die russische Bevölkerung weiß heute, was sie erwartet, wenn sie an die Front geht. Dass ihre Überlebenschancen überschaubar sind“, so Heinrich.
Tatsächlich gibt es schon seit Längerem Berichte über Korruption und Offziere, die Soldaten erpressen und sie als Kanonenfutter an die Front schicken, wenn sie nicht einen Teil ihres Soldes abgeben.
Konservative Medien wie die Neue Zürcher Zeitung oder die Welt hatten auch drüber berichtet, dass russische Frauen ihre Männer bei den Militärbehörden anschwärzen, um sie loszuwerden, weil sie Alkoholiker oder Gewalttäter sind. Viele russische Männer seien alkoholkrank, gewalttätig oder könnten ihre Familien nicht ernähren. Daher ist das Frontgeld attraktiver als das Zusammenleben mit diesen Männern.

