Eine klare Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland spricht sich seit Jahren für ein Tempolimit auf Autobahnen aus. So zeigen repräsentative Umfragen, dass rund 60 bis 70 Prozent der Befragten eine Geschwindigkeitsbegrenzung befürworten. Die Gründe sind vielfältig – und überzeugend, gerade jetzt, wo das Öl immer teurer wird. Schätzungen gehen von Einsparungen in der Größenordnung von hunderten Millionen Litern Benzin und Diesel pro Jahr aus. Auch der Verkehrsfluss würde gleichmäßiger, Staus könnten reduziert werden.
Ein Tempolimit würde nachweislich die Zahl schwerer Verkehrsunfälle reduzieren. Die konservative FAZ fragte neulich, warum der Politik die vielen Verkehrstoten egal sind. Studien belegen, dass geringere Geschwindigkeiten nicht nur die Unfallwahrscheinlichkeit senken, sondern auch die Schwere der Folgen deutlich mindern.
Trotz dieser Argumente und einer stabilen Mehrheitsmeinung bleibt die politische Umsetzung aus. Besonders auf Bundesebene wird das Thema regelmäßig vertagt oder abgelehnt. Kritiker sehen darin ein Beispiel für eine Politik, die sich stärker an ideologischen Leitbildern und Lobbyinteressen orientiert als am Willen der Bevölkerung.
Dabei ist gar nicht mal sicher, ob sich weniger schnelle Autos verkaufen. In der Schweiz herrscht seit Ewigkeiten Tempo 120 auf der Autobahn und dennoch ist der Absatz etwa von Porsche dauerhaft hoch.


