Queerdenkerin Alice Weidel schießt gegen die eigene Partei

Ihr Leben ist der Partei fremd: Alice Weidel lebt mit einer Frau zusammen und zieht mir ihr zwei Kinder groß (Foto: Sean Gallup/Getty Images)

Sie bevorzugt ein Leben, das viele AfD-Wähler ablehnen: Alice Weidel lebt mit ihrer Lebensgefährtin Sarah Bossard in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Gemeinsam ziehen die beiden zwei Söhne groß. Sie lebt also ein queeres Leben, aber dieser Ausdruck ist in der AfD verhasst.

Wie wenig Toleranz es für andere Lebensformen gibt, macht das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt klar. Darin steht, dass die „intakte Familie, bestehend aus Mutter, Vater und Kindern“ am besten für die Entwicklung von Kindern ist. Außerdem wird ein Zusammenhang zwischen steigenden Abtreibungszahlen, sinkenden Geburtenraten und der angeblich offensiveren Bewerbung von „sexuellen Abweichungen und nicht-reproduktiven Lebensweisen“ hergestellt. Kurz: Queersein ist nicht erwünscht.

Mit anderen Worten: Sachsen-Anhalts AfD lehnt Weidels Lebensmodell ab.

Nun aber gibt die AfD-Chefin kontra.

In einem Fernsehinterview macht sie deutlich, dass sie ganze Passagen aus dem Programm des AfD-Landesverbands Sachsen-Anhalt nicht mitträgt. „Da gehe ich nicht mit.“ Und weiter: „Die können reinschreiben, was sie wollen. Ich lebe etwas anderes“. Sie sehe sich selbst „gesellschaftlich liberaler aufgestellt“. Die Gesellschaft habe sich verändert: „Wir leben mittlerweile in einer ganz anderen Realität.“

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften müssten „gleichwertig behandelt werden“, sagt Weidel. Das gelte etwa im Steuer- und Erbrecht. „Daran lässt sich auch in der heutigen Zeit nichts mehr ändern. Und daran wollen wir auch nichts ändern.“

Schon lange fragen sich Insider, wie die AfD den Spagat aushält. Zum Einen gegen Homosexuelle zu hetzen, zum anderen eine lesbisch lebende Chefin zu haben. Am besten man redet nicht drüber.

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