Jetzt schießen wir gegen Chinas Billigware zurück

Gutes Bauchgefühl: Aktivistin gegen Fast Fashion (Foto: Adam Berry/Getty Images)

Frankreich macht Ernst im Kampf gegen Wegwerfmode aus China! Ein neues Gesetz soll die Werbemacht von Billig-Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress massiv einschränken. Sogar Influencer dürfen künftig nicht mehr für sogenannte Ultra-Fast Fashion werben.

Der französische Senat hat das Gesetz am Dienstag endgültig verabschiedet. Damit reagiert Frankreich auf die gigantische Flut extrem günstiger Kleidung, die jeden Tag über chinesische Onlinehändler nach Europa gelangt.

Allein im vergangenen Jahr seien rund 3,6 Milliarden neue Textilartikel auf den französischen Markt gekommen. Als Hauptverantwortliche nennt die Regierung Shein, Temu und AliExpress.

Jetzt drohen saftige Strafen

Das neue Gesetz richtet sich gegen Anbieter, die ständig riesige Mengen neuer Produkte auf den Markt werfen und ihre Waren so billig verkaufen, dass sich eine Reparatur kaum noch lohnt.

Auch die Kunden sollen stärker gewarnt werden. Beim Kauf von Ultra-Fast Fashion sollen künftig Hinweise auf die entstehenden Umweltschäden erscheinen. Verbraucher werden dazu aufgefordert, weniger Billigkleidung zu kaufen und kaputte Stücke lieber zu reparieren, weiterzuverkaufen oder weiterzugeben, statt sie sofort wegzuwerfen.

Europa nimmt China-Pakete ins Visier

Frankreich steht mit seinem Vorstoß nicht allein da. Beim Treffen der EU-Umweltminister in Luxemburg forderten auch Deutschland und die Niederlande ein gemeinsames europäisches Vorgehen gegen Ultra-Fast Fashion. Slowenien und Dänemark unterstützen die Initiative ebenfalls.

Die Händler sollen künftig stärker für die ökologischen und wirtschaftlichen Folgen ihrer Produkte zahlen. Jeden Tag gelangen Millionen Kleinpakete mit günstigen Waren aus China in die Europäische Union.

Denn billig kann gefährlich sein: Die französische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde DGCCRF untersuchte im Mai insgesamt 700 preiswerte Produkte. Nach Angaben der Behörde verstießen 70 Prozent gegen nationale Vorschriften. 45 Prozent wurden sogar als gesundheitsgefährdend eingestuft.

Frankreich zieht jetzt die Reißleine. Für Shein, Temu und AliExpress könnten damit deutlich härtere Zeiten beginnen.

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