Seit klar ist, dass Linken-Chef Jan van Aken im Juli auf dem Parteitag nicht mehr als Vorsitzender kandidieren wird, gibt es Spekulationen über die Gründe. Offiziell geht er aus gesundheitlichen Gründen. Nun wird in Berlin gerätselt, ob es noch andere Gründe gibt. Konkret geht es um die Frage, ob van Aken ein Problem mit den Terrorverharmlosern in der Partei hat.
Tatsächlich wurde in den vergangenen Monaten bei den Linken ordentlich über das Verhältnis zu Israel gestritten. Manchem schien es, als interessiere sich ein großer Teil der Partei mehr für Gaza als etwa für soziale Gerechtigkeit in Deutschland.
Für viele Linke geht die Solidarität mit den Palästinensern sogar soweit, dass sie Terrorgruppen wie die Hamas zum Teil eines legitimen Freiheitskampfs zählen – und damit auch das schreckliche Massaker vom 7. Oktober 2022, bei dem 1.200 Juden von Hamas-Kämpfern massakriert wurden.
Dass es in Israel etliche Menschen gibt, die sich gegen die rechtsextreme Regierung Netanjahu stellen, blenden viel in der der Linken aus.
In Berlin haben zudem manche Bezirksverbände viel Verständnis für kriminelle und islamistische Entwicklungen in Kiezen mit vielen muslimischen Migranten. Schon das Benennen von Missständen gilt ihnen als „antimuslimischer Rassismus“.
Die Landesfraktion in Niedersachsen fasste sogar einen Beschluss, dass sie den heute „real existierenden Zionismus“ ablehne.
Als seine Berliner Parteifreunde mit Hamas-Unterstützern feierten, reichte es van Aken. Er forderte eine Distanzierung vom Terror und drohte mit Konsequenzen.
Die hat er nun selbst gezogen.


