Die Gründerväter der USA würden sich Trump entgegenstellen!

Die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung 1776 in Philadelphia (Foto: Keith Lance)

Die Vereinigten Staaten feiern heute ihren 250. Geburtstag. Doch von ungetrübter Partystimmung kann keine Rede sein. Viele Amerikaner fragen sich: Was würden die Gründerväter wohl sagen, wenn sie ihr Land heute erleben könnten?

Die Antwort fällt vernichtend aus: 77 Prozent der US-Bürger glauben, dass die Gründer von Amerika enttäuscht wären.

Und dafür gibt es gute Gründe.

Einst kämpften sie gegen einen mächtigen König

Die Revolutionäre von 1776 lehnten sich gegen die Herrschaft und Willkür der britischen Krone auf. Sie wollten keinen Monarchen, der sich über Gesetze stellt und allein bestimmt, wohin das Land marschiert.

Heute erleben sie einen Präsidenten, der sich selbst gern als allmächtigen Herrscher inszeniert: Donald Trump.

Die amerikanischen Staatsgründer wollten ein Land schaffen, in dem die Macht nicht von einem König ausgeht, sondern vom Volk. Die Regierung sollte ihre Legitimation aus der Zustimmung der Regierten beziehen.

George Washington zeigte später, was dieses demokratische Versprechen bedeutete. Nach zwei Amtszeiten trat der erste Präsident freiwillig ab. Er machte damit deutlich: Die Macht eines Präsidenten ist geliehen – nicht sein persönlicher Besitz.

Mit dieser Vorstellung scheint Trump wenig anfangen zu können. Er liebt das Königsgehabe, verlangt persönliche Loyalität und behandelt politische Gegner immer wieder wie Feinde, die bekämpft werden müssen.

Amerika wurde durch seine Regeln stark

Als sich die 13 Kolonien von Großbritannien lossagten, war keineswegs sicher, dass ihr demokratisches Experiment überleben würde. Das junge Land war zerstritten, politisch instabil und von mächtigen Gegnern bedroht.

Trotzdem stiegen die USA zur Weltmacht auf.

Ein entscheidender Grund dafür waren ihre Institutionen: die Gewaltenteilung, unabhängige Gerichte, regelmäßige Wahlen und die Idee, dass auch der mächtigste Mann im Staat nicht über dem Gesetz steht.

Genau dieses Fundament steht heute unter Druck.

Die große Lüge der Gründungszeit

Allerdings war Amerika auch 1776 weit von seinen eigenen Idealen entfernt.

In der Unabhängigkeitserklärung hieß es zwar, alle Menschen seien gleich geschaffen. Doch selbst George Washington hielt Menschen als Sklaven. Frauen besaßen keine gleichberechtigten politischen Rechte. Indigene Völker wurden von ihrem Land vertrieben, entrechtet und getötet.

Das Versprechen von Freiheit und Gleichheit galt zunächst vor allem für weiße Männer.

Bis heute entscheiden Herkunft, Hautfarbe und Vermögen mit darüber, wer tatsächlich am amerikanischen Traum teilhaben kann.

Amerika ist größer als Trump

Trotz all dieser Widersprüche steckt in der Gründungsidee der USA eine gewaltige Kraft: Kein Herrscher darf sich das Land unterwerfen. Niemand steht über dem Gesetz. Und die Macht gehört am Ende dem Volk.

Genau deshalb würden sich die Gründer dem autoritären Gehabe Trumps wohl entgegenstellen.

Amerikas Zukunft liegt nicht im Hass auf Minderheiten, nicht in der Verachtung politischer Gegner und nicht im Personenkult um einen selbstverliebten Möchtegern-König.

Sie liegt im Zusammenhalt – und in dem demokratischen Versprechen, das vor 250 Jahren gegeben, aber bis heute nicht vollständig eingelöst wurde.

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