Eigentlich ja eine gute Nachricht: Die Politik entdeckt endlich an die Jungen. Leider aber nur, um die unterbesetzte Bundeswehr fit zu machen, falls die Russen nicht nur Drohnen senden.
Die Generation Z für das Team Y kämpfen, beziehungsweise für Deutschland.
Aber für welches Deutschland? Für das Land, in dem an der Bildung gespart wird, die Schulen verfallen, Wohnraum für junge Menschen kaum bezahlbar ist und der Klimawandel nicht ernsthaft bekämpft wird? Für das Land, dessen Politiker die Zukunftsängste junger Menschen egal zu sein scheinen.
Im Ernst jetzt?
Das ist schon ein bisschen unverschämt. Nix für die Generation Z machen und sie dann bitten, die Kohlen aus dem Feuer holen. Ich würde sagen: Bevor sich die Generation Z freiwillig zur Bundeswehr meldet, sollte die Politik das Land erst einmal so verändern, dass junge Menschen gern darin leben, und es im Ernstfall auch gern verteidigen. Quid pro quo.
Heißt: Bessere Schulen, bezahlbaren Wohnraum, mehr Orte, an denen sich junge Menschen treffen können, mehr öffentlicher Nahverkehr, mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel, mehr Mitsprache.
Die Politiker von heute machen doch so gerne Deals. Dieser sieht so aus: Wir kämpfen, aber erst müsst ihr liefern.
Oskar S. (23), Neubrandenburg


