Hugh, sie haben gesprochen: Indianer fordern „Remigration“ der Weißen

Foto: Getty Images

Erstmal klingt es nach einer irren Idee, aber wenn man länger darüber nachdenkt, ist der Gedanke gar nicht so abwegig: In den USA fordern einige Vertreter der Indianer, dass Weiße nach Europa zurückkehren – also quasi eine „Remigration“ der Nachfahren der Kolonialherren.

Tatsächlich wurden den American Natives, wie sich die Indigenen auch nennen, vor rund 250 Jahren das Land von weißen Siedlern aus England, Frankreich und auch Deutschland gestohlen. Millionen Bisons wurden abgeschlachtet, um ihre Lebensgrundlagen zu nehmen. Als weitere Demütigung wurden in einen ihrer heiligen Berge – den heutigen Mount Rushmore in South Dakota – die Porträts von vier US-Präsidenten gemeißelt.

Seitdem leben die Überlebenden dieses Völkermordes meist in Armut in ihnen zugeteilten Reservaten. Nun aber gibt es neue Bewegungen unter den Indianern, die mehr Rechte fordern – bis hin zur Rückgabe des Landes ihrer Ahnen. „Das war und ist unser Land, die Vereinigten Staaten haben eingeräumt, dass sie ihre eigenen Gesetze gebrochen haben, um es zu stehlen“, sagt etwa Nick Tilsen vom Stamm der Lakota, der die Rückgabe eines Gebietes in South Dakota fordert – und zum 250sten Jahrestag der USA am 4. Juli einen landesweiten Widerstand ankündigt. „Ich meine jede Form von Widerstand, idealerweise von überallher, nicht nur von uns Lakota“, so Tilsen. „Trumps Politik trifft ja jeden, arme Schwarze, denen er die Hilfen gekürzt hat, genauso wie arme Weiße, die ihn gegen ihre eigenen Interessen gewählt haben. Wir sollten für den 4. Juli einen nationalen Aktionstag oder einen Generalstreik ausrufen, nicht nur in den Black Hills.“

Trump sollte den Indianer nicht unterschätzen. „TaBloka Waketa“ heißt Tilsen in der Sprache der Lakota, was soviel heißt wie: vorausschauender Bison.

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