Warum die Scheichs trotz ihrer Milliarden so verwundbar sind

Blank gegen Drohnen: In der Straße von Hormus greift der Iran Tanker an (Foto: Elke Scholiers/Getty)

An Geld mangelt es nicht. Saudi-Arabien gab 2025 rund 83 Milliarden Dollar für sein Militär aus – mehr als sechs Prozent seiner Wirtschaftsleistung und weltweit Platz acht. Auch Oman steckt mit 5,7 Prozent des BIP erstaunlich viel ins Militär. Die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen sogar über eine mehrschichtige Luftabwehr mit Patriot, THAAD und südkoreanischen Cheongung-II-Systemen. 

Warum schaffen es iranische Raketen oder Huthi-Drohnen trotzdem immer wieder durch?

Das erste Problem ist die Ökonomie des Angriffs. Iran und die Huthis können relativ billige Drohnen in großer Zahl starten und sie mit Marschflugkörpern und ballistischen Raketen kombinieren. Dagegen stehen Abfangraketen, die Millionen Dollar pro Stück kosten. Das Londoner International Institute for Strategic Studies (IISS) berichtete bereits im Frühjahr, die Golfstaaten hätten 2026 Hunderte Interzeptoren verschossen und einen beträchtlichen Teil ihrer Bestände verbraucht. Patriot und THAAD sind zudem vor allem für gefährlichere Raketen gedacht – nicht dafür, pausenlos Schwärme billiger Drohnen abzuschießen. 

Das zweite Problem ist die Geografie. Saudi-Arabien ist sechsmal so groß wie Deutschland und voller verwundbarer Ziele: Ölfelder, Raffinerien, Pipelines, Häfen, Flughäfen und Entsalzungsanlagen. Man kann einzelne Punkte sehr gut schützen – aber nicht zwei Millionen Quadratkilometer lückenlos mit Flugabwehr zudecken.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem. Die Golfstaaten haben über Jahrzehnte enormes Geld für moderne Kampfjets und Raketen ausgegeben, aber deutlich weniger erfolgreich eine gemeinsame, vollständig vernetzte Luftverteidigung aufgebaut. Studien beschreiben genau diese Lücke: viel hervorragende westliche Technik, aber begrenzte Integration und weiterhin große Abhängigkeit von amerikanischer Aufklärung und Unterstützung. 

Die jüngsten Huthi-Angriffe zeigen das erneut: Saudi-Arabien fängt durchaus Drohnen ab, gleichzeitig wurden aber auch Ölinfrastruktur und Verkehrswege getroffen. Riad bittet inzwischen wieder Verbündete um Unterstützung. 

Das Problem ist also nicht, dass die Saudis nichts für Verteidigung ausgegeben hätten. Sondern dass man für Milliarden Waffen kaufen kann – aber keinen undurchdringlichen Schutzschild.

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