Einst wurde die Mercedes G-Klasse für Förster erfunden. Auch der Schah von Persien bestellte sich 1979 gleich mal so ein Auto. Also fuhr der klobige Geländewagen durch Teheran und deutsche Wälder. Mittlerweile aber sieht man das 200.000-Euro-Auto immer häufiger in Großstädten – und oft sitzt eine junge Frau am Steuer, die mit der Navigation des Riesen-Gefährts völlig überfordert ist. Der irre Trend könnte mit den sozialen Medien zu tun haben. Denn dort prahlen Promis und Möchtegern-Promis mit ihrem Reichtum, zeigen ihre neuen Lippen, ihre Villen und oft ihre Luxus-Autos – darunter viele G-Klassen. Die Familie Kardashian soll sogar gleich mehrere davon fahren.
Aber geht es nur um den Nachahmereffekt? Mittlerweile beschäftigen sich auch Psychologen mit dem Phänomen „Kleine Frau im kriegstüchtigen Auto“ und kommen zu dem Schluss, dass diese Frauen ihre Fracht – die Kinder und die Einkäufe vom Biomarkt vermutlich – als so wertvoll erachten, dass sie am liebsten in einem Leopard II unterwegs wären. Die Kinder der anderen interessieren sie dabei wenig. Denn es ist erwiesen, dass die mächtigen SUVs im Fall eines Unfalls schlimmere Personenschäden verursachen als normale Autos. Und oft sind es Schulkinder, die Opfer werden.


