Im Matthäus-Evangelium heißt es „Denn wer hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe. Wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er nicht hat“. So gesehen lebt Deutschland streng nach der Bibel. Denn hier werden die Reichen jedes Jahr noch reicher.
In wenig christlicher Statistik liest sich das so: Rund 5000 Superreiche besitzen nach Berechnungen der Unternehmensberatung BCG mehr als ein Viertel des Finanzvermögens in Deutschland. Die Zahl der Menschen in Deutschland, die mehr als 100 Millionen Dollar besitzen, hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund 1100 erhöht. Halleluja!
Dabei profitierten die Superreichen vor allem von Gewinnen an den Aktienmärkten. „Wer mehr hat, kann breiter streuen und in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren“, sagt Michael Kahlich, BCG-Partner in Zürich und Ko-Autor der Studie.
Neben den Superreichen gibt es auch noch jede Menge ordinäre Multimillionäre. Zusammen mit den 5000 Superreichen besitzen sie über die Hälfte (52,8 Prozent) des Finanzvermögens.
Die große Mehrheit der Deutschen kommt nicht zum Vermögensaufbau. Einige Gründe dafür: Steuerlasten gehen proportional auf Kosten der Ärmeren, Erbschaften sind zu ungleich verteilt, die Wirtschaft schwächelt, die Bevölkerung wird älter und die Neigung, in Aktien anzulegen, ist schwach ausgeprägt. „Die Deutschen bleiben vorsichtige Anleger. Einlagen und Bargeld dominieren weiterhin die Vermögensstruktur privater Haushalte“, sagt Kahlich. Bei den meisten dürfte allerdings gar kein Geld vorhanden sein, um irgendetwas anzulegen. Und daran wird sich wenig ändern: Weder die Regierung, noch die größte Opposition im Bundestag will Superreiche mehr zur Kasse bitten.


