Der Schauspieler und Kabarettist Uwe Steimle macht gern Witze über die Regierung – gern auch unter der Gürtellinie. Manchen gefällt das, sie schütten sich aus vor Lachen. Was sich Steimle nun aber bei einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt leistete, rief sogar die Staatsanwaltschaft auf den Plan. Man habe ein Verfahren nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuches eingeleitet, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Paragraf stellt die Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten unter Strafe.
Knallen da wieder die Behörden durch? Oder gibt es einen guten Grund dafür?
Steimle bezeichnete die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel zunächst als „das Merkel“ und sagte über ein kürzlich entstandenes Ölbild von ihr: „Warum hat sie sich im Stehen malen lassen? Weil sie ahnt, sie wird bald sitzen.“ Und dann: „Im Moment hängt sie erst mal, und wenn alle Stränge reißen oder der Nagel bricht, dann stellen wir sie an die Wand. Uns wird schon was einfallen.“
Wir stellen Merkel an die Wand? Und erschießen sie dann? Bitte noch einmal erklären, Herr Steimle.
Es ging aber noch weiter. Über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte Steimle: „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal: Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“ Stauffenberg hatte im Juli 1944 ein Attentat auf Adolf Hitler verübt, das misslang.
Also soll ein neuer Stauffenberg Merz umbringen?
Der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla, der ebenfalls an der Diskussionsveranstaltung teilnahm, fand all das lustig.
Wenn es in der Vergangenheit Kritik an menschenverachtender Sprache wie dieser gab, zeigte sich die AfD gern zusätzlich amüsiert: Man wird doch wohl noch ein Späßchen machen dürfen. Wohl auch Späßchen mit Erschießungsfantasien.
Am Ende der Podiumsdiskussion stimmte Steimle die DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“ an. In der DDR wurden schließlich auch viele Menschen erschossen.

