Mit Technik aus Deutschland soll Fahrradfahren sicherer werden

Im vergangenen Jahr gab es fast 100.000 Fahrradunfälle mit Personenschaden. Oft trifft es Kinder und alte Menschen und viel zu oft sind Autos im Spiel. Das soll sich nun ändern – durch deutsche Technik!

Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) setzt in einem Forschungsprojekt auf Sensorboxen, die an Fahrrädern befestigt werden und während der Fahrt kritische Situationen erfassen. Aus den Messwerten entsteht eine Karte mit Problemstellen im Radverkehr. Diese Karte soll eine Grundlage für Stadtplanung und Politik liefern: Radstreifen könnten verbreitert, temporäre Parkverbote eingerichtet oder Alternativrouten zu stark belasteten Straßen ausgewiesen werden.

Die Technik in den Boxen erfasst vor allem Abstände, wenn Autos überholen und zu parkenden Fahrzeugen. Wird der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,50 Metern zu oft unterschritten, könnte ein Radweg abhelfen. „So sieht vernünftige Verkehrsplanung aus“, sagt eine 80-jährige Würzburgerin, die immer noch jeden Tag mit dem Fahrrad unterwegs ist. Ergänzend wird während der Fahrt die Feinstaubbelastung gemessen. Auch das kommt vor allem alten Menschen entgegen, die sehr unter schlechter Stadtluft leiden.

„Jeder Fahrradfahrende kennt die Situation, wo man mal geschnitten oder zu eng überholt wurde, wo man sich unwohl fühlt. Wir müssen weg von dieser Einzelerfahrung hin zu konkreten Daten“, so Projektleiter Nicholas Müller. Sollte das Projekt in Würzburg Erfolg haben könnten sehr bald anderen Städte folgen.

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