Krise? Welche Krise? Deutsche Unternehmen mit Rekordzahlen

Sachsen-Power: Die neue Infenionfabrik in Dresden zeigt, dass sich Investments in Deutschland lohnen (Foto: Norbert Millauer/Getty)

Kriege, Zölle, schwache Weltkonjunktur – und trotzdem melden deutsche Konzerne Rekorde. Infineon, Siemens Energy und DHL zeigen, wie widerstandsfähig Teile der deutschen Wirtschaft sind.

Deutschland redet über die Krise. Der DAX jagt derweil von einem Rekord zum nächsten.

Und das, obwohl geopolitische Konflikte, Handelsstreitigkeiten und die wackelige Weltwirtschaft für große Unsicherheit sorgen.

Diese Woche meldeten gleich drei DAX-Konzerne starke Quartalszahlen. Das Bemerkenswerte: Infineon, Siemens Energy und DHL kommen aus völlig unterschiedlichen Branchen.

Infineon verdient am KI-Boom

Künstliche Intelligenz braucht nicht nur Daten und Software. Sie braucht auch riesige Rechenzentren, gewaltige Mengen Strom – und jede Menge Halbleiter.

Davon profitiert der Chipkonzern Infineon. Zwischen April und Juni erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 4,17 Milliarden Euro. Für das laufende Quartal erwartet Infineon sogar einen Umsatz von rund 4,7 Milliarden Euro. Das wären noch einmal gut 13 Prozent mehr.

Passend dazu hat der Konzern Anfang Juli seine neue Chipfabrik in Dresden eröffnet. Fünf Milliarden Euro wurden in das Werk investiert – die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte. Dort sollen unter anderem Halbleiter für KI-Rechenzentren, Stromnetze und erneuerbare Energien produziert werden.

Siemens Energy liefert Strom für die digitale Welt

Auch Siemens Energy profitiert vom Stromhunger der Rechenzentren.

Denn je mehr KI-Anwendungen genutzt werden, desto mehr Strom wird benötigt. Gleichzeitig müssen weltweit Stromnetze, Kraftwerke und Hochspannungsleitungen ausgebaut werden.

Der Umsatz von Siemens Energy stieg im vergangenen Quartal vergleichbar um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Die Bestellungen erreichten mit 17,9 Milliarden Euro ebenfalls einen Rekordwert. Insgesamt sitzt der Konzern inzwischen auf Aufträgen im Wert von 162 Milliarden Euro.

DHL trotzt Zöllen und Handelsstreit

Zölle und Handelskonflikte belasten den Welthandel. Trotzdem verdient die DHL Group deutlich mehr.

Der Umsatz des Bonner Logistikkonzerns stieg zwischen April und Juni um rund 13 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte um etwa 29 Prozent auf rund 1,85 Milliarden Euro zu.

Besonders stark lief das Expressgeschäft. DHL transportierte wieder mehr Gewicht und konnte seine Flugzeuge, Fahrzeuge und Logistikzentren besser auslasten. Allein das operative Ergebnis der Express-Sparte stieg von 730 Millionen auf knapp 1,2 Milliarden Euro.

Vorübergehend halfen auch Zollerstattungen aus den USA. Zum Quartalsende lagen rund 416 Millionen Euro bei DHL. Danke, Donald Trump.

Die Krise trifft nicht alle

Der Höhenflug des DAX bedeutet nicht, dass die Probleme der deutschen Wirtschaft verschwunden sind.

Aber die Zahlen zeigen: Die Krise trifft nicht alle Unternehmen gleich. Wer an künstlicher Intelligenz, dem Ausbau der Stromnetze oder der weltweiten Logistik verdient, kann selbst in unsicheren Zeiten kräftig wachsen.

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