Gründer-Boom in Deutschland!

Hightechboom: Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz gründen sich viele Firmen (Foto: Westend61)

In Deutschland sind im ersten Halbjahr 2026 so viele Start-ups gegründet worden wie nie zuvor. Mehr als jedes dritte neue Unternehmen beschäftigt sich mit Künstlicher Intelligenz. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt ein Münchner Kernfusions-Start-up mit Milliardenbewertung.

Von Anfang Januar bis Ende Juni 2026 wurden bundesweit 3.053 Start-ups gegründet. Das geht aus einer Studie des Start-up-Verbands hervor. Demnach waren es 52 Prozent mehr Neugründungen als im zweiten Halbjahr 2025 – und sogar mehr als im gesamten Jahr 2024.

Als wichtigsten Treiber sieht der Verband Künstliche Intelligenz. KI-Anwendungen ermöglichten es Gründerinnen und Gründern, neue Unternehmen schneller, einfacher und mit weniger Kapital aufzubauen. „KI senkt die Hürden fürs Gründen deutlich, und immer mehr Menschen nutzen diese Chance“, sagte Pausder.

Mehr als jedes dritte Start-up mit KI-Bezug

Von den neu gegründeten Unternehmen haben 1.038 und damit mehr als ein Drittel einen klaren KI-Bezug. Für die Untersuchung wertete das Analyseunternehmen Startupdetector Daten aus dem Handelsregister aus.

Mit 844 Neugründungen bleibt die Softwarebranche der mit Abstand stärkste Sektor. Dahinter folgen die Medizin mit 274 sowie die Lebensmittelbranche mit 181 neuen Start-ups.

Nach Einschätzung des Verbands tragen auch die schwache Wirtschaft und der angespannte Arbeitsmarkt zum Gründungsboom bei. Für viele Fachkräfte werde die Selbstständigkeit zu einer attraktiven Alternative, während etablierte Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhaltender seien.

Berlin bleibt vorn – Hamburg überholt München

Der Aufwärtstrend, der Mitte 2025 begonnen habe, gewinnt laut Start-up-Verband weiter an Tempo. Allein im Juni 2026 wurden mehr als 600 Unternehmen gegründet. Damit war es der stärkste Monat seit Beginn der Erhebung im Jahr 2019.

Die Zahl der Neugründungen stieg in allen Bundesländern. In Bayern entstanden 626 Start-ups, ein Plus von 48 Prozent. Nordrhein-Westfalen kam auf 539 Gründungen und einen Zuwachs von 45 Prozent. In Baden-Württemberg wurden 377 neue Unternehmen registriert, 55 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum.

Unter den Großstädten verzeichnete Hamburg das stärkste Wachstum. Dort wurden 212 Start-ups gegründet – ein Plus von 83 Prozent. Damit lag die Hansestadt erstmals seit Jahren vor München.

Berlin bleibt mit 429 Neugründungen Deutschlands wichtigste Start-up-Metropole.

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