Brexit macht Briten ärmer

Oh my god! Jedes vierte Kind in England lebt in Armut(Foto: Matt Cardy/Getty Images)

Der große Befreiungsschlag ist ausgeblieben: Seit dem EU-Austritt steht Großbritannien wirtschaftlich schlechter da.

Studien kommen zu einem klaren Ergebnis: Ohne Brexit wäre die britische Wirtschaft heute deutlich stärker. Je nach Berechnung fehlen dem Land zwischen drei und acht Prozent Wirtschaftsleistung.

Auch die Rechnung mit den eingesparten EU-Beiträgen geht nicht auf. Großbritannien überweist zwar kein Geld mehr nach Brüssel. Doch die Verluste durch weniger Handel, schwächeres Wachstum und sinkende Steuereinnahmen sind größer.

„Großbritannien hat dadurch keinen finanziellen Vorteil“, sagt Anand Menon vom King’s College London.

Mehr Papierkram, höhere Preise

Besonders hart trifft der Brexit Unternehmen, die mit der EU Geschäfte machen. Neue Formulare, Kontrollen und Zusatzkosten bremsen den Handel.

Große Konzerne können den Aufwand meist auffangen. Kleine Firmen nicht. Viele haben den Export in die EU deshalb ganz eingestellt.

Auch im Supermarkt ist der Brexit zu spüren. Laut einer Studie der London School of Economics geht fast ein Drittel des Anstiegs der Lebensmittelpreise auf den EU-Austritt zurück.

Weniger EU, aber nicht weniger Migration

Auch beim Thema Zuwanderung wurde ein zentrales Brexit-Versprechen nicht erfüllt.

Viele Briten stimmten 2016 für den Austritt, weil sie weniger Migration wollten. Doch unter Premierminister Boris Johnson kamen sogar mehr ausländische Arbeitskräfte ins Land.

Geändert hat sich vor allem ihre Herkunft: Statt aus der EU kamen viele nun aus Indien, Nigeria und Pakistan.

Die Bilanz fällt damit bitter aus: mehr Bürokratie, höhere Kosten, weniger Wachstum – aber nicht weniger Zuwanderung.

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