Klar, EU nervt, grüne Besserwisser auch, Merz eh. Also wählen viele AfD – und mit dem Gefühl, es den Eliten mal zu zeigen.Doch was passiert, wenn aus Protest tatsächlich Regierungspolitik wird?
Ausgerechnet wirtschaftlich könnte eine AfD-Regierung viele ihrer eigenen Wähler teuer zu stehen kommen. Die Partei verspricht mehr Wohlstand – zentrale Teile ihrer Politik könnten jedoch das Gegenteil bewirken.
Den Euro abzuschaffen, träfe die Exportwirtschaft wie eine Bombe
Ein Beispiel ist Europa. Deutschland lebt stark vom Export und vom europäischen Binnenmarkt. Eine Abkehr von der EU oder eine massive Schwächung der europäischen Zusammenarbeit könnte Handel, Investitionen und Arbeitsplätze treffen.
Thema Zuwanderung: Deutschland fehlen schon heute Arbeitskräfte – etwa in Pflege und Medizin. Weniger Zuwanderung könnte diesen Engpass verschärfen.
Und bei den Steuern? Eine Berechnung zum AfD-Bundestagswahlprogramm 2025 ergab, dass von den untersuchten Steuer- und Transferplänen vor allem sehr hohe Einkommen profitieren würden. Haushalte mit mehr als 12.000 Euro Bruttoeinkommen im Monat würden demnach prozentual deutlich stärker entlastet als Geringverdiener und große Teile der Mittelschicht.
Sachsen-Anhalt würde endgültig Schlusslicht
Wie schnell Versprechen und Rechnung auseinandergehen können, zeigt Sachsen-Anhalt: Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle hat das aktuelle AfD-Regierungsprogramm durchgerechnet. Für die bezifferbaren Vorhaben sieht es eine Finanzierungslücke von mindestens 2,2 Milliarden Euro pro Jahr.
Der Protest gegen „die Eliten“ mag sich wie ein Denkzettel anfühlen. Die entscheidende Frage lautet aber: Wer bezahlt ihn am Ende? Antwort: möglicherweise gerade diejenigen, die sich von der AfD wirtschaftliche Entlastung versprechen.
Make Germany noch smaller!
Es kommt noch dicker. 2024 bekamen Wirtschaftsforscher den Nobelpreis für die Erkenntnis, dass der Wohlstand eines Landes maßgeblich von funktionierenden demokratischen Institutionen wie einer unabhängigen Justiz abhängt. Sie wiesen nach, dass populistische Regierungen wie die von Trump, Orbán und Co. die Wirtschaftsleistung langfristig um durchschnittlich zehn Prozent schrumpfen.
Also: vor dem Wählen noch mal den Taschenrechner anstellen.

