Brauchen wir für den Cappuccino bald einen Finanzplan?

Kostet soviel wie früher ein Döner: Cappu im Café (Bild: KI & Mr. Brown)

Der Kaffee am Morgen gehört für viele zum Alltag wie Zähneputzen und der Blick aufs Handy. Nur fühlt sich der Gang zur Kasse inzwischen manchmal eher nach einer kleinen Investitionsentscheidung an. Ein Cappuccino kostet in Deutschland derzeit im Schnitt rund 3,57 Euro – zehn Cent mehr als im Vorjahr. Und auch zu Hause ist die Bohne längst kein günstiger Wachmacher mehr: Bohnenkaffee lag im April 2026 im Durchschnitt satte 57 Prozent über dem Preisniveau von 2020.

Die Gründe dafür finden sich auf den Plantagen. Dürre, Frost und Starkregen haben wichtige Anbauländer wie Brasilien, Vietnam und Kolumbien getroffen. Dazu kommen höhere Kosten für Arbeit, Dünger, Transport und Treibstoff sowie geopolitische Unsicherheiten. Gleichzeitig steigt die weltweite Nachfrage. Kurz gesagt: weniger entspannte Ernten, mehr Konkurrenz um die Bohne.

Im Café steckt im Cappuccino zudem mehr Milch als Kaffee. Personal, Miete, Energie, Geschirr und Steuern wollen ebenfalls bezahlt werden. Deshalb ist der Rohkaffeepreis nur ein Teil der Rechnung – aber einer, der zuletzt besonders kräftig zu Buche schlug.

Die Deutschen bleiben ihrer Lieblingsdroge dennoch treu. Kaffeetrinker kommen im Schnitt auf 3,2 Tassen am Tag. Fast die Hälfte der Befragten in einer aktuellen Erhebung bezeichnet Kaffee inzwischen sogar als Luxusgut.

Vielleicht ist der Finanzplan für den Cappuccino also noch etwas übertrieben. Ein kleines Kaffee-Budget im Haushaltsplan klingt inzwischen aber gar nicht mehr so absurd.

Und wer sparen will? Der alte Filterkaffee zu Hause erlebt plötzlich ein erstaunlich modernes Comeback: weniger Latte-Art, dafür mehr Latte im Portemonnaie.

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