Kein Wasser, kein Strom: Ungarns AKW-Desaster

Wo ist sie hin, die Donau? Wegen des historischen Tiefstands des Flusses kann das größte AKW Ungarns keinen Strom liefern (Foto: Janos Kummer/Getty)

Den Wiedereinstieg in die Atomkraft – das fordern derzeit einige Politiker. Obwohl sich der deutsche Atommüll in wenig gesicherten oberirdischen Lagern stapelt und dort ein attraktives Anschlagsziel für Drohnen abgibt.

Vor allem aber auch, obwohl die zunehmende Hitze zeigt, dass Atomkraft nicht nur die teuerste, sondern auch die unsicherste Stromquelle von allen ist.

Denn: Atomkraftwerke müssen stärker als andere Kraftwerke gekühlt werden. Daher stehen sie häufig am Meer oder an Flüssen – wo sie entweder von Tsunamis bedroht sind, wie in Fukushima, oder von Dürre.

Was passiert, wenn ein Atomkraftwerk aufgrund von Niedrigwasser nicht mehr ausreichend gekühlt werden kann, erleben die Menschen gerade in Ungarn. Dort hat man unter der Regierung von Viktor Orbán die erneuerbaren Energien eher aus ideologischen als aus wirtschaftlichen Gründen verteufelt und voll auf Atomkraft gesetzt.

In Budapest wandern die Menschen durch das trockene Flussbett der Donau – der Fluss hat einen historischen Tiefstand erreicht. Das Wasser reicht nicht mehr aus, um das südlich der Hauptstadt gelegene AKW Paks zu kühlen, das für den Großteil des Stroms in Ungarn sorgt. Es steht fast komplett still.

Ein Stillstand, der zu einer der größten Energiekrisen in Ungarns Geschichte geführt hat.

Vielleicht sollten deutsche Politiker, die von einer Renaissance der Kernkraft träumen, einmal nach Ungarn fahren. Auch wenn sie nach dem schmachvollen Ende des großen Bereicherers Viktor Orbán nicht mehr so gern dorthin reisen. Lehrreich wäre es allemal.

Aber bitte unbedingt eine geladene Powerbank mitnehmen.

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