Junge Menschen in Deutschland sind mit der Demokratie weniger unzufrieden als ältere Generationen. Kritik gibt es vor allem an der Leistungsfähigkeit politischer Institutionen.
Die Generation Z blickt trotz politischer Krisen vergleichsweise zuversichtlich in die Zukunft. Das zeigt die Studie „Demokratie braucht Zukunft“ der Bertelsmann-Stiftung. Demnach sind 31 Prozent der jungen Befragten mit der Demokratie unzufrieden. Bei älteren Jahrgängen liegt der Anteil bei 44 Prozent.
Die Kritik der Jüngeren richtet sich laut Studie weniger gegen die Demokratie selbst als gegen ihre Institutionen und deren Fähigkeit, Probleme zu lösen. Das Bekenntnis zu demokratischen Grundwerten sei über alle Generationen hinweg weiterhin stabil.
Auch Hinweise darauf, dass junge Menschen besonders krisenanfällig oder überfordert seien, finden die Forschenden nicht. Zwar erwarten viele keinen höheren Wohlstand als ihre Eltern. Gleichzeitig ist der Anteil der Jugendlichen, die an die Verwirklichung ihrer beruflichen Ziele glauben, laut Shell-Jugendstudie in den vergangenen 20 Jahren von 66 auf 84 Prozent gestiegen.
Zudem nähert sich die Wahlbeteiligung der 18- bis 29-Jährigen seit 2013 dem gesellschaftlichen Durchschnitt an. Parteien und Gewerkschaften profitieren wieder stärker vom Eintritt junger Mitglieder.
Konflikte bei Wohnen, Geld und psychischer Gesundheit
Spannungen drohen vor allem dort, wo Sparmaßnahmen junge Menschen direkt treffen. Dazu zählen bezahlbarer Wohnraum, Bafög und psychotherapeutische Angebote.
Nach Einschätzung des Politologen Kilian Hampel zeigen sich viele Jüngere in der Renten- und Finanzpolitik solidarisch mit älteren Generationen. Im Gegenzug erwarteten sie jedoch Unterstützung bei ihren eigenen drängenden Problemen.
Die größten gesellschaftlichen Konflikte verlaufen laut Studie ohnehin nicht zwischen Jung und Alt. Deutlicher sind die Unterschiede nach Geschlecht, Bildungsgrad und Wohnort – etwa bei Migration, Klimaschutz und Gleichstellung.

