Trumps Iran-Desaster auf den Punkt gebracht

Tägliche Repression: In Teheran sind die Mullahs stark wie lange nicht (Foto: Majid Saeedi/Getty Images)

Der iranische Führer Chamenei ist seit seiner Berufung im März kein einziges Mal öffentlich in Erscheinung getreten, es gab nicht einmal Sprachbotschaften oder handschriftliche Mitteilungen, was vor allem in Iran Gerüchte schürt, er sei gar nicht mehr am Leben. Stattdessen habe eine Junta die Macht übernommen, der die Gestalt Chamenei lediglich noch virtuell als Leitfigur vorstehe. 

Wenn Trump nun einen Friedensvertrag unterzeichnet hat, dann hat er ihn letztlich mit einem Gespenst ausgehandelt. Ein weiterer Tiefpunkt in seiner politischen Talfahrt.

Angetreten, um Amerika stärker zu machen, hat er einmal mehr das genaue Gegenteil erreicht. Nach dem Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran steht Trumps Bilanz verheerend da. Statt das Regime in Teheran zu schwächen, hat er ihm neue Einnahmequellen verschafft. Auf die Idee einer Blockade der Straße von Hormus wäre man ohne Trump wohl nicht gekommen. Zudem zogen die Golfstaaten ihre Schlüsse: Inzwischen dürften auch dort dem Letzten Zweifel an der Verlässlichkeit Washingtons gekommen sein. Im Nahen Osten wird nun nach anderen Verbündeten Ausschau gehalten.

Doch damit nicht genug: Nach dem Krieg stehen gewaltige Kosten für den Wiederaufbau Irans im Raum. Während das dortige Regime verjüngt und durch den Friedensvertrag politisch gestärkt aus der Krise hervorgeht, müssen die USA nun wohl auch noch Hunderte Milliarden Dollar für Reparationen aufbringen, die als „Investitionsfonds“ verbucht werden sollen. Ein hoher Preis für die Laune eines Präsidenten, bei der von Beginn an keiner so richtig verstanden hat, was damit bezweckt werden sollte. 

Unterdessen sind die Zustände in Iran desaströs. Die Wirtschaft liegt am Boden, Tausende wurden in den letzten Monaten arbeitslos. Und der Terror gegen die eigene Bevölkerung geht weiter. Er hat längst zehntausende Opfer gefordert. Der Geist Chameneis geht um im Land und mordet. Und die Menschen hoffen weiter auf ein Wunder, dass sie von diesem Regime erlöst.

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