Die Europäische Union will Deutschland bis zu 1,3 Milliarden Euro für die Wiedervernässung von Mooren geben. Mit dem Geld sollen Eigentümer und Bauern unterstützt werden, die trockengelegte Moorflächen wieder unter Wasser setzen.
Das ist wichtig, weil Moore enorme Mengen Kohlenstoff speichern. Werden sie trocken gelegt, entweichen große Mengen Treibhausgase; nach Angaben von konservativen Experten verursachen trockengelegte Moorböden in Deutschland jährlich rund 53 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Damit gehören sie zu den großen Emissionsquellen.
Neue Geschäftsmodelle durch Torf und Schilf
Die Wiedervernässung ist deshalb ein wirksamer Hebel für den Klimaschutz. Sie stoppt die Zersetzung des Torfs, reduziert Emissionen und schafft zugleich Lebensräume für bedrohte Pflanzen und Tiere. Auf nassen Flächen sind außerdem neue Nutzungsformen möglich, etwa der Anbau von Schilf oder der Abbau von Torf, beides Naturmaterialien, die immer gefragter werden.
Politisch ist die Förderung auch ein Signal: Klimaschutz und Landwirtschaft sollen besser zusammengedacht werden. Weil Moorflächen nach der Wiedervernässung oft nicht mehr klassisch ackerbaulich nutzbar sind, sollen die Hilfen den Umbau sozial und wirtschaftlich abfedern.


