Rechnung liegt nun auf dem Tisch: macht eine halbe Billion für Atomkraft

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Atomstrom war so schön billig: Diesen Stoßseufzer hört man immer mal wieder, wenn es um die Zukunft der Energieversorgung geht. Dabei ist das Gegenteil richtig: Atomstrom war so teuer wie keine andere Energie.

Der Irrtum kommt so zustande: Als die Atommeiler noch liefen, zahlten die Verbraucher tatsächlich relativ wenig pro Kilowattstunde. Allerdings zahlten sie an anderer Stelle ordentlich drauf: Von 1950 bis heute wurde der Atomstrom mit rund 300 Milliarden Euro subventioniert. Also 300 Milliarden Euro Steuergeld flossen an die Betreiber.

Und es wird sogar noch mehr fließen, denn die Hinterlassenschaften der Atomwirtschaft – Müll und alte AKWs – werden noch einmal für rund 100 bis 200 Milliarden Euro entsorgt werden müssen. Der „billige“ Atomstrom hat uns dann fast eine halbe Billion Euro gekostet.

Zum Vergleich: Die Windkraft, für die in den Augen mancher Kritiker viel zu viel Steuergeld verbraucht wurde, hat bisher insgesamt etwa 100 Milliarden Euro an Zuschüssen bekommen – also nur einen Bruchteil des Geldes, das in die Atomenergie floss. Nur leider haben das die Verbraucher, etwa durch die EEG-Umlage, sofort gespürt.

Es wäre also aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, auf regenerative Energien zu setzen, anstatt eine Debatte über neue Atomkraftwerke zu beginnen.

Es gibt noch zwei weitere Probleme: Neue AKWs erweisen sich dort, wo sie gebaut werden, als Milliardengrab. Der französische Energieversorger EDF hat vor wenigen Wochen die Fertigstellung des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C erneut verschoben. Eigentlich sollte der Reaktor letztes Jahr in Betrieb gehen, nun plant man das Jahr 2030. 25 Milliarden Euro sollte der Bau kosten, nun rechnet man mit 55 Milliarden. Das 3,2-GW-Kernkraftwerksprojekt in Somerset soll nun voraussichtlich 2030 in Betrieb gehen – fünf Jahre später als geplant.

Mit 55 Milliarden Euro könnte man rund 9.000 Windräder bauen – mit einer Gesamtleistung von etwa 39 Gigawatt, also mehr als zehnmal so viel Leistung, wie Hinkley Point liefern soll.

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