Als im Mai 1832 rund 30.000 Menschen zur Ruine des Hambacher Schlosses in Neustadt an der Weinstraße zogen, schwenkten viele schwarz-rot-goldene Fahnen. Sie waren ein Zeichen für Demokratie und gegen Unterdrückung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hambacher Festes forderten Freiheits- und Bürgerrechte sowie ein geeintes Deutschland.
Viele Frauen marschierten mit, was damals sehr ungewöhnlich war – ebenso polnische und französische Freiheitskämpfer. Denn Patriotismus bedeutete damals nicht nationalen Alleingang oder Herabschauen auf andere Nationen. Er war ein Aufbegehren gegen die Willkürherrschaft einzelner Männer und gegen Tyrannei.
Unwillkürlich muss man da an heutige Tyrannen denken: an Donald Trump, der sein Land wie ein König regiert. Oder an den russischen Gewaltherrscher Wladimir Putin, der im Krieg gegen sein Nachbarland Hunderttausende russische Männer verheizt und jede andere Meinung in seinem Land unterdrückt. Oder auch an FIFA-Boss Gianni Infantino, dessen Geld- und Machtgier schier grenzenlos ist.
Wer bei der WM – ob im Stadion oder beim Public Viewing – die schwarz-rot-goldene Fahne schwenkt, sollte sich ihrer Bedeutung bewusst sein. Die Menschen beim Hambacher Fest hätten Tyrannen wie Trump oder Putin – oder auch selbsternannte Tech-Gottheiten wie Elon Musk – bekämpft.
Das Erstaunliche ist: Es gibt heutzutage Politiker in Deutschland, die sich Patrioten nennen, aber den Geist von Schwarz-Rot-Gold jeden Tag verraten, indem sie den Tyrannen der Gegenwart huldigen und ihnen Deutschland am liebsten zu Füßen legen würden.
Die tapferen Menschen beim Hambacher Fest standen für Demokratie, Einheit und europäische Verständigung. Sie waren das Gegenteil derer, die all das jeden Tag mit Hass und Hetze torpedieren.


