Warum Weidel behauptet, dass Linke Reiche erschießen wollen

30 Sekunden kann sie an sich halten, dann bricht es aus ihr heraus: AfD-Weidel (Foto: Getty)

Es dauert bei Weidel in Interviews stets ungefähr eine halbe Minute, bis sie die Kontrolle über sich verliert. Dann geht es wieder los mit Messermännern, Massenvergewaltigungen und damit, dass die CDU nie mehr eine Wahl gewinnt.

Am gestrigen Wahlabend hatte Weidel im ZDF etwas Neues parat. Sie sagte, dass die Linke eine Partei sei, „die Reiche erschießen will“.

Wie kommt sie auf diese irre Behauptung? Der Ursprung liegt wohl bei einer Strategiekonferenz der Linken 2020 in Kassel. Dort sagte eine Teilnehmerin aus dem Berliner Landesverband in einer Wortmeldung zur Energiewende sinngemäß, selbst wenn nach einer Revolution „das eine Prozent der Reichen erschossen“ sei, müsse man noch heizen und mobil sein. Der damalige Parteichef Bernd Riexinger reagierte mit dem ebenfalls missglückten Scherz: „Wir erschießen sie nicht, wir setzen sie schon für nützliche Arbeit ein.“

Beide distanzierten sich anschließend. Riexinger nannte die Äußerung „inakzeptabel“ und bedauerte, sie nicht sofort unmissverständlich zurückgewiesen zu haben. Die Teilnehmerin erklärte später, der Satz widerspreche ihren politischen Ansichten; sie verabscheue Gewalt gegen Menschen.

Aus diesem Vorgang wird bei Weidel 2026: „Die Linke will Reiche erschießen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Weidel mit falschen oder verkürzten Behauptungen auffällt. Eine seriöse Gesamtquote gibt es nicht. Aber allein ihr Gespräch mit Elon Musk im Januar 2025 lieferte sechs falsche Aussagen – etwa die, dass Deutschland die höchsten Steuern der OECD habe und das einzige Industrieland mit Atomausstieg sei. Oder dass Hitler Kommunist gewesen sei.

Apropos Hitler: Mit Leute, die viele Menschen erschossen haben, scheinen viele AfDler eigentlich kein Problem zu haben.

Artikel teilen

Mehr zum Thema