Endlich gute Nachrichten! Die deutsche Industrie startet mit prall gefüllten Auftragsbüchern in die zweite Jahreshälfte. Im Juni erreichte der Bestand offener Bestellungen den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2015.
Im Vergleich zum Juni des Vorjahres beträgt das Plus sogar 9,3 Prozent. Einen stärkeren Anstieg hatte es zuletzt im August 2022 gegeben, als die Industrie noch von Nachholeffekten nach der Corona-Pandemie profitierte.
„Der Auftragsbestand gibt weiter Grund zur Freude“, sagt Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Bank Bethmann. Doch volle Bücher bedeuten noch lange nicht, dass die Unternehmen ihre Bestellungen auch schnell abarbeiten können.
Niedrigwasser bremst die Produktion
Genau hier liegt derzeit das Problem. Die anhaltende Hitze und das Niedrigwasser am Rhein sorgen für neue Versorgungsengpässe. Rohstoffe und Vorprodukte können teilweise nur eingeschränkt transportiert werden. Dadurch müssen manche Aufträge zunächst liegen bleiben.
Für die deutsche Industrie ist die Ausgangslage damit ungewöhnlich: Die Aufträge sind da – jetzt müssen die Unternehmen sie nur noch abarbeiten können.
Konjunkturaussichten hellen sich auf
Trotzdem wächst der Optimismus für die deutsche Wirtschaft. Die Industrie profitiert unter anderem von großen staatlichen Aufträgen für Infrastruktur und Verteidigung.
Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat deshalb seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft deutlich angehoben. Statt bislang 0,5 Prozent erwartet der Verband für dieses Jahr nun ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent.


