Frauen tätowierter als Männer: Nach Steiß und Armen sind jetzt die Beine dran

Kann man machen, muss man nicht: Viele Frauen kennen beim Tätowierenlassen keine Grenzen mehr (Foto: Westend61)

Ob im Freibad, auf Festivals oder in der Fußgängerzone: Tätowierte Frauen überall. Selbst spießigste Mittdreißigerinnen laufen zugehackt herum. Tattoos sind bei Frauen längst im Mainstream angekommen – besonders in jüngeren Altersgruppen.

Eine repräsentative YouGov-Umfrage von 2022 ergab: Jede vierte Frau in Deutschland war tätowiert. Bei Frauen zwischen Mitte 20 und Mitte 40 waren es sogar mehr als 40 Prozent. Bei Männern lag der Anteil insgesamt nur bei 16 Prozent.

Während früher Steiß, Rücken oder Oberarm dominierten, gelten heute auch Waden, Knöchel und Füße als angesagt. Viele lassen sich die ganzen Beine tätowieren.

Dazu passt der veränderte Tattoo-Stil: Statt eines einzigen großen Motivs wählen viele mehrere kleine, minimalistische Tattoos – Blumen, feine Linien, Schriftzüge oder Symbole. Das Bein bietet viel Platz, lässt sich im Sommer zeigen und im Alltag leicht verdecken.

Hinzu kommt die gesellschaftliche Normalisierung. Langzeituntersuchungen zeigen, dass Tattoos in Deutschland seit den 2000er-Jahren deutlich an Verbreitung gewonnen haben. Die Tattoo-Forscherin Ada Borkenhagen beschreibt den Körper für viele junge Menschen als eine Art Leinwand.

Doch, wo alle dasselbe machen, gilt schon bald: Cool sind die, die gar nicht tätowiert sind.

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