Hitze & Stress in der Stadt: Ein Flussbad könnte die Lösung sein

Sprung ins alte Wasser: Viele Bürger wollen endlich ein Flussbad mitten in der Stadt (Foto: Omer Messinger/Getty)

Mitten in Berlin schwimmen, direkt an der Museumsinsel: Seit Jahren gibt es die Idee eines Flussbads im Spreekanal. Passiert ist erstaunlich wenig. Dabei spricht inzwischen mehr denn je dafür, das Projekt endlich umzusetzen.

Natürlich gibt es Probleme. Nach Starkregen kann Abwasser in die Spree gelangen, die Wasserqualität schwankt. Rund um Brücken gelten strenge Sicherheitsregeln, hinzu kommen Genehmigungen und Kosten.

Aber all das sind keine unlösbaren Hindernisse.

Der Verein Flussbad Berlin hat über Jahre untersucht, wann das Wasser zum Baden geeignet ist. An schlechten Tagen könnte die Schwimmstrecke gesperrt werden – ähnlich wie auch andere Badestellen bei schlechter Wasserqualität geschlossen werden.

Vor allem aber verändert sich die Stadt. Die Sommer werden heißer, versiegelte Flächen heizen sich stark auf. Öffentliche Orte am Wasser gewinnen deshalb an Bedeutung.

Es ist absurd: Sogar die Bundespolitik hat das Projekt mit Geld unterstützt, nur in Berlin selbst findet sich kein Politiker, der sich diese tolle Idee zu eigen macht. Dabei wäre es für jeden Politiker eine Steilvorlage, sich für die Stadt verdient zu machen und langfristig als Wohltäter in die Geschichte einzugehen.

Denn: Ein Flussbad wäre nicht nur eine touristische Attraktion. Es wäre kostenlose oder zumindest günstige Freizeitfläche mitten in der Stadt, würde Bewegung fördern und könnte an heißen Tagen Abkühlung bieten. Gerade Menschen ohne Garten, Balkon oder Geld für teure Freizeitangebote würden davon profitieren. Die Gesundheitskosten für kranke Menschen würden langfristig sinken – und die Kosten für das Bad im ein Vielfaches aufwiegen.

Andere europäische Städte zeigen längst, dass Flüsse wieder Teil des öffentlichen Lebens werden können. Berlin sollte diesen Weg ebenfalls gehen – natürlich mit Wasserüberwachung, klaren Sicherheitsregeln und zeitweisen Sperrungen, wenn die Bedingungen nicht stimmen.

Statt jahrzehntelang Gründe zu sammeln, warum etwas nicht geht, sollte Berlin überlegen, wie es gehen kann.

Die Spree fließt mitten durch die Stadt. Es wäre höchste Zeit, dass die Berliner sie nicht nur anschauen dürfen.

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