Früher hatten nur Omas kleine Hunde – oder Kinder. Heute sieht man immer mehr erwachsene Männer mit ihnen. Besonders in großstädtischen Milieus laufen sie mit Frenchies, also den kleinen, oft kurzatmigen Französischen Bulldoggen, durch die Gegend – oder mit Zwergpudeln und klapprigen Chihuahuas.
Was steckt hinter diesem skurrilen Trend?
Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass in Deutschland etwa ein Drittel der rund zehn Millionen Hunde zwischen fünf und zehn Kilogramm wiegt. Weitere acht Prozent wiegen weniger als fünf Kilogramm. Damit bringen gut 40 Prozent der Hunde höchstens zehn Kilogramm auf die Waage. Gleichzeitig sank der Anteil großer Hunde mit einem Gewicht von mehr als 26 Kilogramm innerhalb von fünf Jahren von 25 auf 19 Prozent. Kleine und mittelkleine Hunde prägen das Straßenbild also tatsächlich stärker als früher.
Auch in Italien, dem einst besonders kinderfreundlichen Land, gibt es immer mehr Hunde statt Bambini: 2024 lebte in 22,1 Prozent der Haushalte mindestens ein Hund, 2006 waren es noch 20,7 Prozent. Insgesamt leben in Italien rund neun Millionen Hunde, und auch dort geht der Trend zu den kleinen Kläffern.
Dass plötzlich so viele erwachsene Männer mit teils absurd kleinen Hunden herumlaufen, dürfte auch mit dem Wandel der Männlichkeitsbilder zu tun haben. Während Männer früher eher kräftige Hunde als Statussymbole hielten, stellen manche heute ihre Fürsorglichkeit offen zur Schau – nicht nur, indem sie sich ein Baby im Tragetuch umschnallen, sondern eben auch mit einem zittrigen Vierbeiner an der Leine.

