Renten-Hoffnung für die Generation Zukunft

Junge Menschen blicken optimistischer nach vorn als der Rest des Landes. Jetzt könnte ausgerechnet die Rentenreform diesen Zuversichts-Schub verstärken.

Deutschland redet sich gern schlechter, als es ist. Dabei zeigt die neue Jugendstudie der TUI-Stiftung: Die 16- bis 26-Jährigen schauen deutlich zuversichtlicher in die Zukunft als die Gesamtbevölkerung.

52 Prozent der jungen Menschen sind optimistisch. In der Gesamtbevölkerung sind es lediglich 40 Prozent. Für die europaweite Studie wurden mehr als 8000 junge Menschen in sieben Ländern befragt.

Und jetzt kommt Bewegung in ein Thema, bei dem die Generation Z bislang wenig Grund zur Vorfreude hatte: die Rente.

Die Rentenkommission hat ein umfassendes Reformpaket vorgelegt. Ihr Ziel: Die Altersvorsorge soll stabiler, gerechter und vor allem für junge Menschen wieder attraktiver werden.

Das sind die wichtigsten Vorschläge:

Mehr Menschen zahlen ein: Künftig sollen auch Selbstständige und Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden. Langfristig ist auch eine stärkere Einbindung von Beamten vorgesehen. So wird die Finanzierung auf mehr Schultern verteilt.

Das Rentenalter steigt langsam: Weil die Menschen länger leben, soll auch die Lebensarbeitszeit schrittweise wachsen. Rechnerisch wären 67,5 Jahre ab 2041 und 68 Jahre ab 2051 vorgesehen. Für gesundheitlich angeschlagene Menschen und Beschäftigte mit besonders belastenden Berufen soll es Ausnahmen geben.

Die Rente bekommt einen Aktien-Turbo: Ab 2028 soll schrittweise eine verpflichtende Kapitalrente nach schwedischem Vorbild aufgebaut werden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen zusammen zusätzlich zwei Prozent des Einkommens ein, jeweils zur Hälfte. Das Geld wird zentral verwaltet und breit am Kapitalmarkt angelegt.

Für junge Beitragszahler könnte sich das besonders lohnen: Ein Durchschnittsverdiener mit noch 20 Beitragsjahren könnte nach Berechnungen der Kommission rund 150 Euro zusätzliche Monatsrente erhalten. Wer 45 Jahre einzahlt, könnte auf mehr als 770 Euro kommen. Dabei handelt es sich allerdings um Modellrechnungen, nicht um eine garantierte Rendite.

Auch die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren soll auslaufen. Statt eines starren Modells sollen künftig Gesundheit und besonders belastende Erwerbsbiografien stärker berücksichtigt werden. Minijobs würden grundsätzlich rentenversicherungspflichtig; eine Ausnahme soll für Schüler gelten.

Die geplante Reform ist ein starkes Signal an die Jungen, aber es gibt sie nicht zum Nulltarif: Die Beiträge steigen zunächst, viele Menschen werden länger arbeiten müssen. Doch Nichtstun wäre teurer. Ohne Veränderungen müssten immer weniger Beschäftigte für immer mehr Rentner aufkommen.

Besonders die Kapitalrente ist deshalb ein wichtiger Schritt. Sie macht aus jahrzehntelanger Börsen-Skepsis endlich eine zusätzliche Chance für Millionen Versicherte.

CDU, CSU und SPD zeigen damit: Die politische Mitte kann noch handeln. Noch sind die Empfehlungen keine beschlossenen Gesetze. Aber das Konzept steht. Und es sendet eine klare Botschaft an die junge Generation: „Eure Rente wird nicht aufgegeben. Sie wird neu gebaut.“

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